Probeseiten aus dem Buch

Avion

Avion

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Isis

Rad und Schuh

Eine erfolgreiche Episode aus dem Wirken eines Schuherzeugers.

Franz Fiala erzeugte Sportschuhe im 20. Wiener Gemeindebezirk – und von 1950 bis 1960 unregelmäßig auch Fahrräder. Der Auftrag dazu umfasste 100 Rennräder und kam von einer ungarischen Radsportvereinigung. Eingefädelt hatte den Auftrag H. Hanauska, Eisen-Großhändler und Präsident des Österreichischen Radsportverbandes. Die Firma Isis kippte so ambitioniert ins neue Geschäftsfeld, dass sie sogar einen Profi-Rennstall unterhielt, Zugpferd Rudi Valenta war vorher schon berühmt und nachher noch berühmter, immerhin gewann er auf Isis die Rennen Wien-Graz-Wien 1950 und 51, das Rennen „Rund um Wien“ und die Staatsmeisterschaft im Straßenfahren 1950, und natürlich trug er dabei auch Isis-Radschuhe.

Georg Haberl spielt in dieser Geschichte auch eine wesentliche Rolle, in seinem Geschäft, in der Jägerstrasse 19 war es, wo im ersten Stock Ernst Krutsch den Großteil der Rennrahmen herstellte, teils noch der Auftrag aus Ungarn und teils die Räder für die Isis-Profis.

Neben den Rennrädern entstanden auch rund zehn Isis-Sporträder, die Ernst Krutsch unter Mithilfe von Pepi Swoboda (siehe dort und bei Dusika) in Wien 3, Rasumofskygasse 14 gefertigt wurden.

Alle Isis-Rahmen waren hellblau lackiert.

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Rudi Valenta mit seinem Isis-Rad, links neben ihm Firmeninhaber Franz Fiala. Die in Österreich seltene Cervino-Schaltung hatte Valenta 1949 beim Giro d’Italia auf seinem Fiorelli-Rennrad montiert, später fuhr er damit auf Isis.

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Rudi Valenta bei Rund um Wien 1950. Die Regenjacke lässt erahnen, wie das Wetter war.

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Umbauten zu Eisrädern kommen vor in einem Land, das winters gefrorene Gewässer kennt, und um 1950 wurden damit sogar Eisrennen gefahren. Die Spikes wurden aus Schrauben selbst gebastelt, nicht immer war die Gabel so professionell gebaut wie hier, weniger professionell sieht die später ergänzte Lenker/Vorbau-Kombination aus.